Biographie &
in eigener Sache

„... Unakademisch, undogmatisch, bis geradezu anarchisch gehe ich in meiner künstlerischen Arbeit in Form, Inhalt, Stil und Material um. Nicht die obligatorische, artifizielle Ferne zwischen Kunstwerk und Betrachter macht meine Abstraktion von der Realität aus, im Gegenteil, meine überspannte Direktheit des Allesdarstellungswürdigen versetzt den Kunstgenießer oder - verächter in den oft berauschenden aber auch verwirrend erregenden Akt des Nachvollzugs künstlerischer Empfindung und Gestaltung. ...“

„... Oft bezeichne ich mich als Ausbund eines demokratischen Kindes, das seine persönlichen und künstlerischen Freiheiten voll nutzt.
Mit meiner Kunst fordere ich eine pluralistische Gesellschaft zum gedanklichen Widerspruch heraus und erwarte von ihr besonnene Toleranz und dementsprechend Respekt vor der Meinung und Leistung eines anderen....“

„... Ich bin so frei und sehe in meinen Äußerungen zu künstlerischen und existenziellen Zeitproblemen einen überparteilichen, friedlichen, grenzenlos-kreativen Beitrag zur Gestaltung eines vitalen und menschenwürdigen Lebens.“

„... Mein privates und öffentliches Kunstengagement lebt von der befreienden Einsicht, daß die Abstraktion der Abstraktion die neue Kunstrealität von morgen artikulieren kann - auch und gerade in der Jahrtausende überlebenden, stets sich häutenden gegenständlichen Ikonographie. ...“

„ ...Seit einigen Jahren entwickle ich meine realistischen Kopfskulpturen stärker hin zu abstrahierten Kopfarchitekturen. Ich gehe mit den Gestaltungsmerkmalen Nase, Augen, Ohren, Mund, Kopfform und Hals völlig frei um und setze sie, wie Bausteine, in meine Kopfwerke ein. Ich proportioniere die Einzelteile je nach Bedarf neu, verrücke die Konstellation der Sinnesorgane zueinander und verfuge das Konglomerat der plastisch-organoid modellierten Masse mit Versatzstücken aus dem technoiden Bereich, mit perfekt vorgeformten, entfunktionalisierten Schrottresten der industriellen Fertigung. So entsteht bei mir eine bildhauerische Ikonographie, eine Kunstsprache, die ihre zeitgemäße Aktualität aus der Verschmelzung unvereinbarer Gegensätze zieht. Das Mischungsverhältnis von eigener Formsprache und der Zutat von Versatzstücken verschiebt sich in meinen Kunstobjekten zur Zeit mehr und mehr zugunsten der Anteile der vorgefertigten Accessoires. Anfangs konnte ein Zahnrad, eine Kurbelwelle, aber auch ein Naturprodukt, ein Knochen z.B. zum fremdgestalteten Nebensatz eines Kunstobjektes werden.
Darauf folgte der übermütige Versuch, ein ausgereiftes, großes Industriedesign, eine Karrosserie des legendären Porsche 911, formal vorbildlich und als Hauptmotiv maßgebend, in ein multimediales Kunstwerk zu integrieren. Der perfekten zielgerichteten, sachlichen Ästhetik des Industrieprodukts setzte ich die irrationale, unberechenbare Bildhauersprache, grobe Modellierstrukturen entgegen, und komme so zu neuen Bildideen und relevanten Zeitaussagen....“
Großer Kopf 1993 (Detail)
Höhe 197 cm, Durchmesser 70 cm
Bronze, Messing, Neusilber, Kupfer, Kunstoffaugen
Basis: Jugosl. Travertin